Kreativ- und Bewegungstherapien
Seelisches Befinden ausdrücken
Spuren hinterlassen und gestalten können: In der Kunst- und Gestaltungstherapie erleben sich unsere Patientinnen und Patienten wieder als Handelnde. Sie entdecken eigene Ressourcen neu oder beleben sie wieder. Für ihre kreativen Werke erfahren sie Respekt und Anerkennung. Das von ihnen Geschaffene lässt sich aufbewahren und hat dadurch Bestand – ein wichtiges Signal für Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten und oft alles verloren haben.
Musik als Brücke nutzen
Musik und Tanz sind in den meisten Herkunftsländern unserer Patientinnen und Patienten essenzieller Bestandteil der kulturellen Identität.
Hier setzt die Musiktherapie an. Durch Musik können unsere Patientinnen und Patienten Gefühle wie Trauer, Schmerz, aber auch Freude auszudrücken. Sie hören, spielen und singen „eigene“ traditionelle Lieder und knüpfen an positive Erlebnisse aus ihrer Heimat an.
Identität durch Bewegung spüren
Leben nach der Folter heißt, keine Einheit von Körper und Seele mehr zu spüren. In ihrem Körpergedächtnis haben unsere Patientinnen und Patienten den Schrecken gespeichert. Ihr Körper ist angespannt - als würde die Folter noch andauern. Physiotherapie und Konzentrative Bewegungstherapie helfen ihnen, den Teufelskreis aus körperlichen und psychosomatischen Schmerzen zu durchbrechen und sich wieder im eigenen Körper zu Hause zu fühlen.
Fotoprojekt ‘Fremde Blicke’
Im Januar 2001 startete die Projektgruppe ‘Fremde Blicke’. Teilnehmerinnen waren Patientinnen und Patienten des Behandlungszentrums für Folteropfer Berlin unter der Leitung der Gestaltungs-/klinische Kunsttherapeutin (DAGTP) und Fotografin Carolin Tschiesche-Zimmermann. Begleitet wurde die Gruppe von dem Studenten der Psychologie Nikolaj Sprenger und dem Fotografen Günther Bersch. Das gemeinsame Thema war das Leben im Berliner Exil. Die meisten Teilnehmer hatten vorher noch keine Erfahrungen mit Fotografie. Das Projekt schloss 2002 mit einer Wanderausstellung, die unter anderem in Berlin und Brüssel zu sehen war.
Hier können Sie durch den Austellungskatalog blättern (für die Animation benötigen Sie den Flash-Player):
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Fotoprojekt ‘Leben im Exil’
Unter dem Arbeitstitel "Leben im Exil" plant die Stifung Überleben aktuell ein neues Fotografie-Projekt mit Patientinnen und Patienten des Behandlungszentrums für Folteropfer.